Wer heute unter dem allgemeinen Begriff IT’ler seine Dienste auf dem Arbeitsmarkt anpreist, darf sich gute Chancen auf einen Job ausrechnen. Tatsächlich setzt sich der Pool der IT-Fachkräfte aus einem bunten Branchen-Mix zusammen. Ob Webentwickler, Programmierer, App-Entwickler oder Game-Designer – zum Glück gibt es viele verschiedene Bereiche, in denen man als IT’ler Fuß fassen kann.

Programmierer fangen früh an

Vor allem für junge Menschen ist die voranschreitende Digitalisierung selbstverständlich. Die Berührungsängste vorheriger Generationen sind ihnen fremd. Dabei sind die Grenzen vom Konsumenten zum Produzenten fließend. Neben der täglichen Benutzung und Interaktion mit digitalen Medien, nimmt auch der Wille zur Mitgestaltung zu.  Verschiedene Internet-Plattformen richten sich mit Lernprogrammen schon an die Jüngsten, halten jedoch auch Aufgaben für Teenager und junge Erwachsene bereit. Diese Angebote zeigen den Lernbedarf an Programmiersprachen. Kein Wunder also, dass die verwendeten Mittel an den Schulalltag erinnern. Das didaktische Programm reicht von Sympathiefiguren, die durch Tests und Tutorials leiten, bis hin zum Einsatz von Spickzetteln.

Wann ist ein Programmierer ein Programmierer?

IT-Fachkräfte sind begehrt. Wer sich genau als Fachkraft bezeichnen darf, ist dabei nicht klar definiert. Ein abgeschlossenes Informatikstudium macht einen guten Eindruck – ist aber kein Muss für einen gut dotierten Job. Vor allem ist die Erfahrungen gefragt. Programmierer sind nicht selten Quereinsteiger, die ein Studium besonders gut beherrschen: das Selbststudium. Neben den technischen Fähigkeiten sind Disziplin, Kreativität und Soft-Skills gefragt. Standardmäßig findet ein Teil des Lernens und der Weiterbildung im Netz in betont lockerer Atmosphäre statt. Viele Plattformen und Websites bieten ein großes Spektrum an Lehrmaterial. Aber auch wie Repositorien oder die klassischen Foren sind beliebte Tummelplätze für Programmieranfänger und professionelle Entwickler. Was aber ist ein professioneller Entwickler? Darauf weiß Bjarne Stroustrup in dem Youtube-Video „Bjarne Stroustrup: The 5 Programming Languages You Need to Know“ die passende Antwort. Der Informatikprofessor und Entwickler der Programmiersprache C++ hält eine Anzahl von drei bis sieben Sprachen für angemessen, fünf seien ideal. Darunter fallen C++, Java, Python, Ruby und Javascript. Jeder Programmierer hat seine eigenen Favoriten und Lieblingssprachen. Einerseits ist Spezialisierung wichtig. Andererseits schadet der Blick über den Tellerrand nicht – eine hohe Lernbereitschaft ist ohnehin angebracht.Die

Selbstvermarktung des Programmierers

Neben dem Austausch von Fragen und Antworten, bietet das Internet Programmieren auch ein Forum zur Selbstdarstellung. Ein gängiges Mittel ist das Betreiben eines Blogs, auf dem aus der alltäglichen Arbeitswelt berichtet wird. Noch besser kann sich die eigenständige Entwicklung und Vermarktung von Software bezahlt machen. Beliebt sind etwa Scripte, die die Funktionen bestehender Sprachen erweitern, Website-Templates oder Plug-ins. Wer hier Brauchbares anbietet, verdient nicht nur nebenbei etwas, sondern sammelt zusätzlich Referenzen. Recruiter großer IT-Firmen verfolgen sehr genau, was sich auf diesen semiprofessionellen Entwicklerebenen abspielt.

Stellenanzeigen von Unternehmen – Schnee von gestern

Unternehmen auf der Suche nach IT-Fachkräften entwickeln selbst wiederum neue Strategien, um ihr Potential zu decken. Das einfache Schalten von Anzeigen wird dem tatsächlichen Bedarf nicht mehr gerecht. Eine unterhaltsame Art der Rekrutierung hatte sich der Internetdienstanbieter 1&1 2013 in München überlegt. Dabei konnten sich Interessenten mit Hilfe einer extra entwickelten App fachspezifische Fragen auf ihr Smartphone laden. Die Themen setzten sich aus den für das Unternehmen wichtigen Anforderungen zusammen: Java, Android, Frontend sowie Systemadministration. Zu jedem Thema gab es eine Route. Bei einer richtigen Antwort erhielt man mittels einer Karte die Wegbeschreibung zu einem Imbiss oder einem Café, wo eine kleine Verköstigung als Belohnung bereit stand. Bei mindestens 3 korrekt beantworten Fragen wurde man zur Abschlussveranstaltung inklusive Abendessen und Freibier eingeladen. Hier konnten sich dann Bewerber und Arbeitgeber in zwangloser Umgebung persönlich kennenlernen. Von einer solchen Veranstaltung profitieren beide Seiten: die Personaler erhalten einen Überblick über die fachlichen Kompetenzen der Bewerber. Diese wiederum werden spielerisch an ihren potentiellen Job herangeführt und können ihr Wissen in außergewöhnlichen Situationen unter Beweis stellen.Eine große Spielwiese – Programmierer zwischen Science und Science Fiction.

Eine Welt ohne Programmierer ist undenkbar

Egal ob Handwerk, Produktion, Dienstleistung, Gesundheitswesen oder Forschung – ohne digitale Experten kommt keine Gesellschaft mehr aus. Speziell in den Bereichen Server, Netzwerke und Systemadministration bedarf es erfahrener Fachkräfte. Ein großer, ständig wachsender Bedarf liegt auch in der Soft- und Hardwareentwicklung. Ein boomender Markt ist der Mobiltelefon-Bereich, hier ist insbesondere die Entwicklung mobiler Apps gefragt. Reizvolle Aufgaben warten in der Unterhaltungsbranche. Wer ein Faible für Spiele oder Filme hat, kann sich als Game-Designer oder 3D-Animator etablieren. Kein großer Action- oder Science Fiction Film verzichtet mittlerweile auf den Einsatz digitaler Spezialeffekte, hinter denen ein Heer von Designern und Programmierern steht. Neben diesen klar definierten Arbeitsfeldern eröffnen sich jedoch auch interdisziplinäre Schnittstellen zu anderen Berufen.

Programmiersprache in anderen Berufen

So greifen Online-Journalisten bei der Visualisierung von Inhalten immer häufiger auf Script basierte Webanwendungen zurück. In der Regel verfügen diese Dienste über eine leicht verständliche Benutzeroberfläche. Je mehr Kenntnisse allerdings von der jeweiligen Programmiersprache vorhanden sind, desto mehr Optionen bieten sich. Um im Web-Alltag mithalten zu können, nehmen Journalisten daher an entsprechenden Weiterbildungen teil. Das Verständnis und Beherrschen von Programmiersprachen wird so zum Bestandteil einer umfassenden Medienkompetenz. Auch die gestalterischen Berufe haben in den letzten 10 Jahren einen radikalen Wandel durchlebt. Der traditionelle, allein auf Druckproduktion spezialisierte Grafikdesigner ist kaum mehr anzutreffen. Als Mindestanforderung werden bereits Auszeichnungssprachen für das Web wie HTML und CSS gesehen. Die Grenze zwischen Grafik- und Webdesigner zerfließt zusehends. Idealerweise verfügen Gestalter heute über grundlegende Kenntnisse in Javascript oder PHP. Eine Programmiersprache, die sich speziell an Künstler und Gestalter richtet, ist beispielsweise Processing. Hier sind standardmäßig Bibliotheken vorhanden, die auf verschiedene Einsatzgebiete abzielen: Video, Grafik, Typographie, Sound, Animation, 3D und Simulation.

Programmiersprachen in der Wissenschaft

In Forschung und Wissenschaft tun sich für Programmierer ebenfalls Möglichkeiten auf. Dabei leisten Programmiersprachen wertvolle Dienste bei der Erhebung, Analyse und Verarbeitung von Daten. Eine in der empirischen Sozialforschung beliebte Sprache ist R, mit deren Hilfe sich statistische Berechnungen und Visualisierungen (Grafiken, Diagramme, Modelle etc.) durchführen lassen. R ist – im kommerziellen Bereich – auch ein gutes Beispiel dafür, wie sich entsprechende Fähigkeiten im Einkommen niederschlagen können. Die Teilnahme an der Dice Tech Salary Survey (2013) ergab, dass Beschäftigte aus der Technologiebranche, die über gute R-Kenntnisse verfügten, ein höheres Durchschnittseinkommenverzeichnen konnten als Beschäftigte mit anderen IT-Fähigkeiten.

Bildquelle: Bigstock-ID: 39371623 by alphaspirit
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