Beim Lesen genießen wir das Umblättern. Wir freuen uns an der Spannung und der Vorfreude auf die nächste Seite, die bis zu Blättern versteckt bleibt. Wir entdecken Bücher und Magazine aktiv und benutzen zum Blättern unsere Finger. Diese Qualitäten gibt es beim Lesen im Technologiezeitalter nicht mehr. Insbesondere im Internet wird das Lese-Erlebnis auf ein Minimum der gewohnten Erfahrung reduziert. Oder etwa doch nicht?

Flipbook – das Daumenkino des Internetzeitalters

Seit dem Flipbook treffen diese Aussagen nur noch bedingt zu, denn Flipbooks wollen sich an den Eigenschaften einer realen Lese-Erfahrung zumindest orientieren. Wie der Name schon sagt, sind Flipbooks etwas Ähnliches wie Daumenkinos. Es handelt sich sozusagen um die Daumenkinos des Internetzeitalters. Im Großen und Ganzen entspricht das neue Format einem PDF-Reader, der in seiner Aufmachung und Funktion einem Buch oder Magazin nachempfunden ist. Flipbooks sehen aus wie ein aufgeblättertes Buch. Sie lassen sich dank Touch-Screen-Technologie mit den Fingern umblättern und bieten eine “echtere” Lese-Erfahrung. Wozu das gut sein soll, wenn es dazu doch schon echte Bücher und Zeitschriften gibt? Ganz einfach: Das Flipbook hat echten Magazinen und Büchern etwas voraus, denn in den Reader lassen sich zusätzlich multimediale Effekte wie Sounds und sogar Videos einbinden. Wem die dargebotenen Informationen in einem Flipbook nicht ausreichen, der kann dank des multimedialen Charakters außerdem auf eingebundene Links klicken und sich so weiterführend informieren. Damit verbinden Flipbooks den Wunsch nach authentischeren Erfahrungen im Technologiezeitalter mit der visuell packenden, einfach zu konsumierenden und allroundfähigen Präsentation, die seit dem Internet diese Zeit dominiert. Genau aufeinander abgestimmte Texte, Farben, Formen, Soundqualitäten, Typografien und bewegte Bilder prägen den Gesamteindruck von Flipbooks, die den traditionellen Lese-Spaß unter dem Schlagwort der Präsentation an unseren modernen und schnelllebigen Alltag anzupassen versuchen. Eine gute Quelle, rund um das Thema Flipbooks, gibt es hier.

Wie Leser und Hersteller von Flipbooks profitieren

Flipbooks erreichen Leser auf allen Geräten. Sowohl auf iPad und iPhone, als auch auf Android Geräten, Laptops und Desktop-PCs verlieren die Präsentationen nicht an Qualität. Damit hat das Flipbook der PDF einiges voraus und entspricht im Grunde einer Weiterentwicklung dieses Formats. Schließlich wird das Flipbook per Software auch aus einer PDF erstellt. Wenn vom Flipbook aus auf Shopping-Seiten oder andere Websites verwiesen wird, muss der User zum Aufrufen dieser externen Inhalte nicht einmal sein Medium wechseln. Die Idee des Flipbooks hat es schon vor einigen Jahren gegeben, aber aktuell gewinnt das multimediale Format immer mehr an Bedeutung. Besonders für das virale Marketing wird die Präsentationsform immer wichtiger. Firmen bieten ihren Lesern so leicht konsumierbare, moderne und visuell aufregende Inhalte, die besonders in Kombination mit Videos und Soundeffekten eine zusätzlich Zielgruppe erreichen und vor allem die junge Generation überzeugen. Mit Flipbooks profitiert der Hersteller außerdem von der Reichweite des Internets, mit der auch die besten Print-Magazine nicht mithalten könnten.

Produktion von Flipbooks

Die Aufwendungen zur Herstellung eines Flipbooks sind überschaubarer, als die zur Produktion einer gedruckten Informationsbroschüre. Lagerkosten und Druckkosten sind mit dem Flipbook nicht verbunden. Backlinks lassen sich über das Format mit Leichtigkeit generieren. Dem ganzen Internet Informationen zur Verfügung zu stellen war selten einfacher und effektiver. Der Leser profitiert neben der einfachen Konsumierbarkeit vor allem von der ganzheitlichen Erfahrung. Verschiedene Sinne werden beim Blättern im Flipbook angesprochen. Neben dem Visuellen bieten die Präsentationen schließlich auditive und sogar taktil-haptische Komponenten. Davon profitieren natürlich auch die Hersteller, denn je mehr Sinne angesprochen werden, desto “realer” wirkt die Erfahrung und eine reale Erfahrung bleibt eher hängen, als eine virtuelle. Damit eignen sich Flipbooks insbesondere für die Image-Bildung und Marken-Etablierung einer Firma.

Flipbooks als Zukunft von Zeitschriften und Zeitungen?

Neben persönlichen Projekten, Geschenken und Blogger-Specials gibt es heute bereits viele nationale und internationale Zeitschriften als interaktive ePaper. Im iKiosk werden zum Beispiel Der Spiegel, Geo und Vogue vertrieben. Insgesamt stehen mittlerweile rund 500 verschiedene Titel zur Auswahl. Wer im online Kiosk seine Zeitschriften einkauft, muss keine Öffnungszeiten beachten, denn anders als der örtliche Zeitungshandel hat der interaktive Zeitungshandel rund um die Uhr und an jedem Wochentag geöffnet. Einer gedruckten Zeitung haben interaktive Paper übrigens auch im Bezug auf die Fehlerquote etwas voraus. Flipbooks lassen sich jederzeit abändern. Wenn Informationen überholt sind oder anderweitige Fehler entdeckt werden, lässt sich das also auch im Nachhinein leicht beheben. Dass die gedruckte Variante der Zeitung irgendwann aussterben wird, ist in Anbetracht dieser Entwicklungen nicht mehr auszuschließen. Auch die Möglichkeiten, Verleger zu werden und Magazine zu gründen, sind durch das Flipbook einfacher geworden, denn je. Das freut speziell Blogger mit einer gewissen Bekanntheit. Sie können sich über ihren eigenen Flipbook-Verlag mit regelmäßig erscheinenden Ausgaben ein attraktives Zubrot verdienen. Software zur Erstellung von Flipbooks ist noch immer relativ kostspielig, aber nicht unbezahlbar. Außerdem bieten viele Websites mittlerweile einen kostenlosen Flipbook-Service an, der lediglich eine Anmeldung erfordert.

Die Schattenseite der Flipbook-Revolution

Das Flipbook hört sich nach einem Projekt an, das sowohl für den Leser, als auch für den Hersteller nur Vorteile zu bieten hat. Nichtsdestotrotz wäre der Untergang von gedruckten Zeitschriften und Büchern noch immer ein großer Verlust. Wie auch das eBook riecht das Flipbook nach nichts. Es fühlt sich auf den Fingern immer wie das Medium an, über das man darauf zugreift. Es ahmt eine “echte” Lese-Erfahrung zwar nach, aber eine “echte” Lese-Erfahrung wird es trotzdem niemals sein. Wie auch beim eBook kommt ein zweiter Negativ-Effekt hinzu: Der Verlagsbereich öffnet sich jedem. Das hört sich erst mal positiv an, kann aber im Endeffekt durchaus negative Auswirkungen haben. Der Markt wird überschwemmt und die Orientierung im überdurchschnittlich hohen Angebot an Magazinen und Zeitungen fällt immer schwerer. Im Zeitungshandel wissen wir, dass professionelle Journalisten die Inhalte unserer Lieblingszeitungen erstellt haben. Wir können uns auf die Zuverlässigkeit von Informationen mehr oder weniger verlassen. Auf dem virtuellen Markt haben wir diese Sicherheit nicht. Die gedruckte Form der Zeitung ganz untergehen zu sehen, wäre daher ein Verlust. Ein dritter Negativ-Effekt ist die Reizüberflutung, der wir mit Flipbooks ausgesetzt sind. Dass Sounds und Videos integrierbar sind, erscheint zunächst hilfreich. Andererseits ist die Zeitung eigentlich ein Medium zum Lesen und muss uns nicht unbedingt mit medialen Inhalten zuschütten, die uns das Lesen durch Reizüberflutung eigentlich nur erschweren. Die Ko-Existenz von interaktiven oder digitalen Formaten und gedruckten Magazinen und Büchern erleichtert sowohl für Hersteller als auch den Leser einiges. Flipbooks werden daher genauso zur zukünftigen Welt gehören, wie eBooks, denn ihre Vorteile bleiben ungeschlagen. Die gedruckte Form von Zeitungen sollte den Flipbooks aber trotzdem nie vollends den Markt überlassen.

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