Seit nunmehr 10 Jahren gibt es den Standard Mini-ITX für Mainboards, der Größe und Aufbau der Leiterplatten festlegt. Gerade einmal 170×170 mm darf die Platine bemessen. Wegen des kompakten Layouts müssen die Leiterbahnen in mehreren Schichten verlegt werden, weshalb diese Platinen auch Multilayer-Platinen genannt werden. Netzwerkspeicher, Thin Clients oder Mediacenter sind typische Anwendungen von Mini-ITX. Weil diese kleinen Geräte oft keine aktive Kühlung haben, sind die CPUs meistens nicht so leistungsstark und aus Platzgründen fest mit der Leiterplatte verlötet. Ideal für sie ist ein Betriebssystem, das nicht der Hardware die Leistungsdaten vorschreibt, sondern die limitierten Ressourcen optimal ausnutzen kann. Einmal mehr spielt Linux hier seine Qualitäten aus.

Entwickler von eingebetteten Systemen (natürlich auf Grundlage eines Mini-ITX Boards) schätzen Linux wegen seines offenen Ansatzes. Es unterstützt von Haus aus eine breite Palette von Prozessoren und anderer Hardware und ist aber trotzdem so flexibel, dass der Kernel auf wenige Kilobyte eingedampft werden kann. Linux gibt die Freiheit, nur genau so viel Code zu verwenden, wie nötig und diesen nach den eigenen Anforderungen anzupassen und zu erweitern.

Aber auch die normalen Nutzer können von dem freien Betriebssystem auf Mini-ITX Boards profitieren. In vielen vorkonfigurierten Routern oder NAS-Lösungen werkelt bereits ein vom Hersteller angepasstes Linux. Fortgeschrittenere Anwender mit Mut zu etwas Handarbeit haben noch tausendundeine Option mehr. Die Hardware-Komponenten gibt es einzeln oder auch als Bundle; die Anschluss- und Erweiterungsmöglichkeiten erlauben (fast) jeden Verwendungszweck: Tastatur und Maus, Monitor, TV-Out, Audio, Ethernet, USB, PCI- und DIMM-Steckplätze, SATA- und IDE-Slots. Verschiedene Projekte im Internet stellen Installationsimages bereit, die aus dem kleinen PC einen Server oder ein Home Theater machen. Diese Sonderdistributionen basieren in der Regel auf bekannten, großen Linux-Distributionen, sodass problemlos die Funktionalität durch einen Webbrowser oder ein Spiel erweitert werden kann.

Ein letzter Aspekt, der aus Mini-ITX und Linux ein ideales Gespann macht, soll nicht unerwähnt bleiben: Ausgestattet mit einer lüfterlosen CPU und einer Solid State Disc arbeitet der Mini-PC absolut lautlos und verbraucht dabei nur 20–30 Watt Strom. Das ist deutlich weniger als ein herkömmlicher PC (über 100 Watt) und besser als viele Notebooks.

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