Bei Webserver denkt man sofort an große Hallen, die mit Computer gefüllt sind und Stromfresser sind. Doch ein US-amerikanische Unternehmen geht da einen anderen Weg. Die Kalifornier haben einen kleinen portablen und stromsparenden Minicomputer vorgestellt, der als Linux-Webserver eingesetzt werden kann.

Ein neuer Minicomputer

Seit der Einführung des Raspberry Pis werden Minicomputer immer mehr beliebt. Ziel ist es, immer kleinere Computer mit grosser Rechenleistung auf den Markt zu bringen, die weniger Strom verbrauchen. Im Desktopbereich ist man diesem Ziel schon sehr nah gekommen, doch im Serverbereich gibt es noch keine grosse Ansätze einen Minicomputer zu entwickeln.

Und wieso sollte wieder ein neuer Minicomputer auf den Markt kommen, wo es doch mit dem Raspberry Pi die Möglichkeit gibt, selbst einen solchen Computer zu bauen, der Serveraufgaben erfüllt? Bei einem Eigenbau müssen die einzelnen Komponenten wie WiFi und Bluetooth selbst zusammengesetzt werden. Somit erhöht sich auch die Stromaufnahme des Gerätes. Da der Raspberry Pi selbst auf Strom angewiesen ist, muss immer eine externe Stromquelle in der Nähe sein, die ihn konstant mit Saft versorgt. Auch wäre das Gerät durch die einzelnen Zusatzteile nicht mehr kompakt. Und hier setzt Ocean an.

Linux-Webserver Ocean

Linux-Webserver Ocean

Das kleine, smarte Gerät

Die Dimensionen von Ocean sind 15 cm x 7,8 cm und das Gerät wiegt nicht mehr als 170 Gramm. Das Gehäuse selbst ist an drei Seiten gerade und an einer etwas eingebogen. Das gibt dem Gerät eine gewisse Griffigkeit. Der Computer selbst ist von einem Aluminiumgehäuse umgeben, das in einer Plastikhülle steckt. Die Hülle lässt sich nicht ohne Weiteres öffnen, nur mit Spezialwerkzeug kriegt man die Hülle geöffnet. Ist sie einmal offen, ist es ein Leichtes die interne Speicherkarte durch eine andere zu ersetzen.

Technische Daten:

  • CPU: 1GHz ARM Dual Core Cortex-A7
  • RAM: 1GB DDR 480MHz
  • Speicher: 8GB-64GB Micro-SD Speicherkarte
  • Interner Speicher: 4GB Flash-Chip
  • USB: 1 x USB 2.0/3.0 Port
  • Betriebssystem: Debian Jessi mit Linux Kernel 3.4.105+
  • Wifi: 802.11 b/g/n 11/54/72 Mbps
  • Bluetooth: 4.0 + EDR Low Energy Support
  • Interner Akku: 4200 mAh
  • Stromeingang: Mini-USB

Der Akku soll bis zu 2 Tagen durchhalten, der Server ist also auch mobil nutzbar. Aufgeladen wird der Computer über die Mini-USB Schnittstelle, wie es bei den meisten mobilen Geräten üblich ist. Auf einen HDMI-Ausgang oder einen anderen Grafikausgang wurde verzichtet, um weiteren Strom für das Gerät zu sparen. Ein Bildschirmausgang ist auch nicht von Nöten, da der Server von einem anderen Computer über WiFi oder Bluetooth via SSH konfiguriert werden kann. Eine andere Möglichkeit ist, den Mini-PC direkt via Smartphone oder Tablet anzusprechen.

Anwendungbereiche

Als reiner Webserver fürs Internet wird sich Ocean wohl wegen der geringen Rechenkapazitäten nicht durchsetzen. Doch bei Webdesigner und Websoftwareentwickler kann sich der Miniserver als nützlich erweisen. Web-Apps können über die Frameworks node.js oder Rudy-on-Rails geschrieben werden.

Um Präsentationen bei Kunden zu veranstalten, kann Ocean als lokaler Webserver genutzt werden. Auch einigt sich das Gerät als Diagnoseserver für mobile Geräte. Soll ein Smartphone mal schnell repariert werden, können so auf die Schnelle Daten als Back-up auf dem Server abgespeichert werden.

Neben Debian kann auch noch Android oder Ubuntu als Betriebssystem aufgespielt werden. Somit kann das Gerät als Testserver für Applikationen herhalten. Doch nicht nur als Server kann Ocean eingesetzt werden.Mit einigen Modifikationen kann das Gerät als Router eingesetzt werden oder als IoT Hub für Anwendungen benutzt werden.

Drei verschiedene Speichergrößen

Angeboten wird der kleine Webserver in drei verschiedenen Speichervarianten: In einer 16GB, 32GB und 64GB Version. Die 16GB Version kann als Betaversion vorbestellt werden. Es gilt aber sich zu beeilen, da diese Version für den Anfang nur in limitierter Stückzahl produziert wird. Ausgeliefert wird der Minicomputer dann im Februar. Die beiden anderen Versionen werden erst im April auf den Markt kommen. Die Preise liegen bei 149 Dollar für die 16GB Version, für die beiden anderen müssen 179 beziehungsweise 199 Dollar bezahlt werden. Interessierte Anwender aus Deutschland müssen noch mit einem Aufschlag von 15 Dollar für den Versand rechnen.

 

Bildquelle: getocean.io

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