Manche mögen nur Schokoladeneis, manche mögen nur Vanilleeis – es ist einfach eine Geschmacksfrage. Genauso ist es bei Linux und Windows. Manche schwören auf Windows und manche halten Linux für das bessere Betriebssystem. Auf vielen PCs, die in den vergangenen Jahren über die Ladentheke gingen, ist bereits Windows installiert und der Käufer bleibt oft aus Bequemlichkeit dabei. Immer mehr Anwender aber suchen nach alternativen Betriebssystem, da kein Monat vergeht, in welchem nicht neue Sicherheitslücken der Windows-Welt aufgedeckt werden oder immer mehr Anwender sich nicht weiter vorschreiben lassen wollen, welches Betriebssystem sie verwenden sollen.

Linux ist kostenlos – Windows nicht

Der größte Unterschied besteht darin, dass ein Linux Betriebssystem in der Regel kostenlos zum Download zu Verfügung gestellt wird, da es sich hierbei um Open-Source handelt. Es genügt eine Internetverbindung, mit der eine ISO-Datei herunter geladen wird. Diese wird auf eine CD oder DVD gebrannt und schon kann Linux installiert werden. Es gibt verschiedene Linux-Versionen – auch Distribution genannt. Windows hingegen muss gekauft werden, wenn es nicht schon beim Kauf des PCs kostenlos dabei war.

Der Installationsprozess beider Betriebssysteme unterscheidet sich nicht mehr stark voneinander

In der Anfangszeit war die Installation eines Linux Betriebssystems mit erheblichen Hürden verbunden – man musste genau wissen, welche Hardware zum Beispiel verbaut war, welche Partitionen erstellt werden mussten. Mittlerweile aber läuft eine Installation eines Linux Betriebssystems von ganz alleine ab. Jede halbwegs gute Linux-Variante beinhaltet bereits alle wichtigen Programme – wie z.B. Browser, Office-Paket und PDF-Reader. Zudem sind alle Programme kostenlos im Internet herunterladbar. Bei Windows muss jedes Programm einzeln hinzu gekauft werden, was einen enormen Kostenfaktor darstellen kann. Jeder Anwender, der einen PC unter Windows einrichtet, kennt das Spiel: Bevor mit dem System gearbeitet werden kann, benötigt Windows massenweise Updates. Das kann schon sehr zu Geduldsprobe werden. Mit einem Linux Betriebssystem passiert dies nicht, da Linux immer auf dem aktuellen Stand gehalten wird. Lädt der Anwender die Installations-Datei einer Distribution aus dem Internet, so erhält er immer die aktuellste.

Performance-Vergleich von Linux und Windows

Ein Linux Betriebssystem begnügt sich mit geringeren Hardwareanfoderungen als Windows. Es gibt sogar aktuelle Distributionen, die auch auf ältere Hardware ausreichend schnell laufen. Zudem fährt in der Regel ein PC mit einem Linux Betriebssystem schneller hoch als ein PC unter Windows. Im Laufe des Betriebes wird Windows immer langsamer – nicht so bei Linux. Windows-Nutzer wissen, dass sie die Festplatten ihres PCs oft defragmentieren müssen, um wieder mehr Geschwindigkeit zu erhalten. Ein Linux Betriebssystem ist mit dem effizienten und modernen EXT4-Dateisystem ausgestattet und verwendet eine intelligentere Schreibstrategie und Datenträgeraufteilungen, um Fragmentierungen zu vermeiden.

Wie sicher sind Linux und Windows im Vergleich?

In den Medien liest und hört man fast von Woche zu Woche von neuen Bedrohungen, die ein Windows-PC ausgeliefert wird. Mit einem Linux Betriebssystem kann dies nicht passieren, da Viren, Ad- und Spyware Linux-PCs deutlich seltener befallen. Sollte doch mal ein PC unter einem Linux Betriebssystem von einem Sicherheitsleck befallen sein, so wird dies schnell gestopft, da eine große Zahl von Entwicklern im Rahmen des Open-Source-Projekts ständig an der Sicherheit und Stabilität arbeiten. Ein Windows-PC ist sehr beliebt bei Hackern und Programmierern von Schadsoftware, da Windows wesentlich öfter als Linux zum Einsatz kommt. Ein PC mit einem Linux Betriebssystem läuft deutlich stabiler als mit Windows. Jeder Windows-User kennt die gefürchteten Bluescreens und nichts geht mehr. Aus diesem Grund laufen auch die meisten Webserver unter einem Linux Betriebssystem.

Bedienbarkeit von Linux und Windows

Auch ein Neuling mit einem Linux Betriebssystem muss nicht auf die gewohnt einfache Bedienung des PCs verzichten. Manchen Distributionen sieht man gar nicht mehr an, dass sie unter Linux laufen, da sie sich optisch an Windows orientieren. Der Desktop unter einem Linux Betriebssystem ist individueller an die eigenen Bedürfnisse anpassbar als ein Windows-PC. Wer unbedingt Windowssoftware einsetzen möchte, der kann Windows in einer virtuellen Maschine unter einem Linux Betriebssystem installieren und seine Windowsprogramme weiterhin nutzen. Es können aber auch beide Betriebssysteme parallel auf einem PC eingesetzt werden. Dazu muss einfach nur die Festplatte entsprechend partitioniert und Linux und Windows auf unterschiedlichen Partitionen installiert werden. Sollte ein Linux-Anwender mal ein Problem mit seinem PC haben, so kann er sich auf die weltweite Linux-Fangemeinde verlassen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Foren, in denen sich User und Entwickler austauschen.

Fazit

Eine pauschale Aussage ist nicht zu treffen, welches Betriebssystem nun die bessere Wahl darstellt. Mit beiden kann man im Internet surfen, für beide gibt es Office-Programme und Spiele. Ein Linux Betriebssystem ist eine gute Alternative für Anwender, die etwas Neues ausprobieren und sich in der Wahl ihres Betriebssystems nicht mehr länger beschneiden lassen möchten. Wenn die eingesetzte und vorhandene Hardware unter Linux angesprochen werden kann, so steht einem Ausprobieren nichts im Wege, dazumal der neugierige Anwender sich Linux zuerst nähern und sein bekanntes Windows parallel weiter nutzen kann.

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