Im Gegensatz zu anderen Distributionen geht Gentoo Linux davon aus, dass der Benutzer seine Software aus den Quelltexten kompilieren möchte, um ein möglichst schnelles und genau auf seine Hardware abgestimmtes Betriebssystem zu erhalten. Wegen der daraus resultierenden Geschwindigkeit wurde die Distribution nach dem Eselspinguin (gentoo penguin) benannt, der am schnellsten schwimmenden Pinguinsart.

Gentoo Linux 10.1

Gentoo Linux 10.1

Die erste Version von Gentoo Linux wurde im Jahr 2002 veröffentlicht. Zwei Jahre später wurde die Gentoo Foundation ins Leben gerufen, die seither die Entwicklung der Distribution leitet — die Entscheidungsträger werden dabei von den aktiven Entwicklern gewählt. Mittlerweile existieren Varianten von Gentoo, die auf Betriebssystemen wie FreeBSD oder OpenBSD basieren, statt den Linux-Kernel zu verwenden.

Da Softwarepakete bei Gentoo Linux vom Benutzer selbst kompiliert und Konfigurationsdateien von Hand editiert werden müssen, ist die Distribution für Linux-Einsteiger oder für Anwender, die mit ihrem Computer einfach nur arbeiten wollen, eher ungeeignet. Wer dagegen mehr über Linux lernen möchte oder sich bereits gut damit auskennt und sich ein Betriebssystem wünscht, das genau den eigenen Vorstellungen entspricht, bekommt mit Gentoo Linux die passenden Werkzeuge geliefert.

Gentoo Linux verwendet eine Paketverwaltung namens Portage, die nach dem Vorbild der Ports Collections aus den BSD-Betriebssystemen entwickelt wurde. Ähnlich wie die Paketverwaltung anderer Distributionen kümmert sich auch Portage um die Abhängigkeiten zwischen den Programmen und Bibliotheken, und diese werden in stabile, weniger stabile und unsichere Software unterteilt. Portage lässt sich über die Kommandozeile oder eine grafische Oberfläche bedienen.

Auf der Homepage des Projekts wird eine Live-DVD angeboten, von der aus sich Gentoo Linux installieren lässt. Bei umfangreicher Software wie OpenOffice, deren Kompilierung lange Zeit in Anspruch nimmt, besteht die Möglichkeit, vorkompilierte Pakete zu installieren.

Die seit 2005 existierende Distribution Sabayon basiert auf Gentoo Linux. Die Installation läuft hier etwas einfacher ab, und es bleibt dem Benutzer überlassen, welche Software er selbst kompilieren und welche er als Binärpaket installieren möchte.

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