Nachdem die Firma Red Hat, Inc. im Jahr 1993 gegründet worden war, handelte es sich bei Red Hat Linux um eine der ersten und lange Zeit auch eine der beliebtesten Linux-Distributionen, bis seine Entwicklung 2004 eingestellt wurde. Die Nachfolger von Red Hat Linux sind das kostenlose Fedora und das kommerzielle Red Hat Enterprise Linux.

Red Hat Linux

Red Hat Linux

Seit seiner ersten Veröffentlichung im Jahr 1994 brachte Red Hat Linux immer wieder bedeutende Neuerungen mit, die nicht immer unumstritten waren, häufig jedoch von anderen Distributionen übernommen wurden und auch heute noch in Gebrauch sind. So war beispielsweise das 1997 eingeführte RPM, das zur Verwaltung der Software auf einem System dient (Überprüfung von Abhängigkeiten, Installation, Aktualisierung und Deinstallation), lange Zeit das vorherrschende System zur Paketverwaltung, bis es durch die Popularität von Ubuntu schließlich vom DEB-Format überholt wurde. RPM wird jedoch auch heute noch von zahlreichen Distributionen verwendet. Unter den weiteren Innovationen, die durch Red Hat Linux eingeführt wurden, befinden sich das Installationsprogramm Anaconda, das die Neueinrichtung eines Linux-Systems insbesondere für Neulinge deutlich vereinfachte, sowie Kudzu, eine Software-Bibliothek, die der automatischen Erkennung von Hardware dient.

In der Version 8.0 führte Red Hat Linux im Jahr 2002 die Oberfläche „Bluecurve“ ein, die den Desktopumgebungen KDE und Gnome ein gemeinsames Aussehen verschaffte und gleichzeitig dazu dienen sollte, OpenOffice besser in den Desktop zu integrieren. Diese Neuerung wurde teilweise heftig kritisiert: Insbesondere die Benutzer und Entwickler von KDE störten sich daran, dass ihre Desktopumgebung im Funktionsumfang eingeschränkt worden war. Allgemein hieß es, Red Hat Linux würde die Unterschiede zwischen den beiden Desktops zu sehr verschwimmen lassen, und Neuanwender könnten dadurch nicht mehr entscheiden, welcher besser für sie geeignet sei. Rückblickend lässt sich jedoch sagen, dass Bluecurve einiges dazu beigetragen hat, den Linux-Desktop benutzerfreundlicher zu gestalten.

Zwei Jahre später wurde Red Hat Linux in die bereits eingangs erwähnten Varianten aufgespalten: Fedora wird von der GNU/Linux-Gemeinde entwickelt, wobei die Firma Red Hat als Sponsor auftritt, und dieses Betriebssystem bildet die Grundlage für Red Hat Enterprise Linux. Letzteres ist, wie der Name erwarten lässt, für den Unternehmenseinsatz gedacht, während sich Fedora auch für Heimanwender eignet.

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