Das Betriebssystem Linux verfügt über Sicherheitskonzepte, die Viren zu einem großen Teil abhalten. Dennoch gibt es einige Virenprogramme für Ubuntu und Co., die meist kostenlos heruntergeladen können. Denn auch auf Linux basierende Betriebsysteme sind nicht vor allen Angegriffen automatisch geschützt. ab und an müssen Drittprogramme nachhelfen.

Virenscanner für Ubuntu & Co.: Notwendig oder nicht?

Grundsätzlich ist es nicht notwendig, unter Linux einen Virenscanner laufen zu lassen. Die Sicherheitskonzepte des Betriebssystems sind so ausgereift, dass nur eine geringe Gefahr für einen Virenbefall besteht. Zudem gibt es aktuell keine Viren, die auf einem Linux-Desktop Schaden anrichten können. Das hat den einfachen Grund, dass fast alle Schadprogramme sich gegen Windowssysteme richten, da Windows mit Abstand am meisten Nutzer hat. Zudem sind Betriebssysteme von Windows generell mehr auf Komfort und weniger auf Sicherheit ausgelegt. Einige Firmen bieten dennoch Virenscanner und anderweitige Schutzprogramme für Linux an. Sicherheitslücken bestehen beispielsweise auf Dateiservern, da auf diese auch von Windows-Clients zugegriffen werden kann. Davon ab sind Virenscanner und Firewalls unter Linux nicht zwingend notwendig. Lediglich, wer Dateien oder Mails auf Windowsviren untersuchen möchte oder Dateiserver zur Verfügung stellt oder nutzt, sollte sich einen Virenscanner herunterladen. Auch bei der Verwendung von veralteten Distributionen, die nicht regelmäßig auf Sicherheitslücken überprüft werden, empfiehlt sich die Verwendung eines Virenscanners.

Welche Distribution ist besonders sicher?

Wer mit einem Virenscanner Linux sicherer machen möchte, sollte natürlich zuerst einmal die sicherste Distribution installiert haben. Als besonders gut gewappnet gilt Open BSD. Das Betriebssystem hatte in den letzten sechzehn Jahren gerade einmal zwei Remote-Sicherheitslücken und ist damit außerordentlich sicher. Der Grund dafür sind Code Reviews, Coding-Standards und automatisierte Tests, die das System regelmäßig überprüfen und die Gefahr eines Virenbefalls stark verringern. Auch das relativ neue Betriebssystem Qubes OS ist extrem sicher. Ähnlich wie Open BSD führt die Distribution selbstständig Tests durch und verhindert Sicherheitslücken schon, bevor sie auftreten. Ein Virenscanner ist mit einer solchen Distribution nicht notwendig, wobei der Komfort im Vergleich zu Ubuntu und Mint eher gering ausfällt. Nutzer dieser oder anderer Distributionen können durch die Installation verschiedener Virenscanner ebenfalls eine sehr hohe Sicherheit erreichen.

Reicht ein kostenloser Virenscanner aus?

Da Linux generell nicht sehr anfällig für Viren und andere Schadprogramme ist, reicht ein einfaches Virenprogramm im Normalfall aus. Abhängig ist das natürlich auch davon, welchem Zweck die Distribution dient und welche Aufgaben erfüllt werden. Wird der PC als Mittelpunkt eines Netzwerkes genutzt, kann es sinnvoll sein, kostenpflichtige Software zu nutzen. Wer Ubuntu oder Mint nur für alltägliche Aufgaben verwendet, kann problemlos auf kostenlose Programme zurückgreifen. Geeignet sind beispielsweise Antivir und F-Secure.

Die besten Linux Virenscanner

Es gibt einige Virenscanner für Linux, die zu empfehlen sind. Zu den besten Programmen gehört etwa BitDefender. Das Tool findet auch Viren, die von anderen Programmen übersehen werden, ist allerdings nicht kostenlos. Anwender können das Programm für einen Monat testen, müssen sich dann jedoch eine Lizenz kaufen. Der große Vorteil von BitDefender ist die grafische Benutzeroberfläche, über die Anwender sämtliche Funktionen steuern können. Dazu gehört etwa die Prüfung von Archiven. Durch einen individuellen Prüfungsstatus ist der Vorgang vollkommen transparent und ermöglicht dem Anwender höchstmögliche Kontrolle. Daneben beherrscht der BitDefender einen Quarantäne-Modus. Dabei werden auffällige Dateien unter Quarantäne gestellt und können somit keinen weiteren Schaden auf dem PC anrichten. Auch Dateien, die lediglich verdächtig sind, können mit einem Klick in den Quarantäne-Bereich verschoben werden. Komplett kostenlos ist dagegen ClamAV. Der Virenscanner gehört zu den bekanntesten auf dem Markt und enthält zahlreiche Funktionen, die für Linux-Nutzer praktisch sein können. So ist es möglich, einzelne Ordner oder direkt das gesamte System zu scannen, Dateien zu überprüfen oder Mails vor dem Öffnen durchzuchecken. Ein weiterer Pluspunkt ist die einfache Installation, welche nur wenige Sekunden in Anspruch nimmt.
Ebenfalls kostenlos ist AVG. Das Windows-Programm besitzt inzwischen auch eine Linux-Unterstützung und kann mit wenigen Klicks auf der Herstellerseite heruntergeladen werden. Nach der Installation müssen alle Funktionen wie üblich über die Kommandozeile durchgeführt werden. Das Fehlen der grafischen Benutzeroberfläche ist jedoch der einzige Makel. Der Scannvorgang geht einfach vonstatten und kann auf einzelne Dateien oder Ordner beschränkt werden. Auch mit AVG ist es möglich, Mails vor dem Öffnen zu überprüfen. AntiVir gehört zu den umfangreichsten Virenscannern auf Windows und ist mittlerweile auch für die Linux-Distributionen verfügbar. Das Programm erkennt Ad- und Spyware, schützt vor Viren und Trojanern und ist deshalb gerade dann sinnvoll, wenn von einem Linux-Rechner ein Windows-PC geschützt werden soll. Für Linux gibt es also einige Virenscanner, die die ohnehin schon hohe Sicherheit durchaus noch erhöhen können. Notwendig sind sie im Normalfall zwar nicht, doch insbesondere größere Unternehmen sollten darauf nicht verzichten.

Fazit: Virenscanner ist sinnvoll, aber nicht notwendig

Abschließend lässt sich sagen, dass es eine Reihe von Virenscannern für Linux gibt. Darunter befinden sich einige alleinstehende Programme und diverse Windows-Tools, die unter Linux ohne grafische Benutzeroberfläche daherkommen. Notwendig sind Virenscanner nur in den seltensten Fällen. So etwa, wenn Dateiserver auch von Windows-Clients genutzt werden oder wenn verdächtige Mails überprüft werden sollen. Distributionen wie Qubes OS und Open BSD können ohne Risiko ohne zusätzlichen Scanner genutzt werden, da bereits diverse Sicherheitsfunktionen integriert sind. Die Gefahr, dass Schadsoftware auf den PC gelangt, ist sehr gering und kann unter Linux generell vernachlässigt werden.

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