Ein Betriebssystemkern, wie z.B. der Linux Kernel, ist der innerste Teil eines Betriebssystems. Die zentrale Komponente stellt alle elementaren Funktionen zur Verfügung, die zum Betrieb eines Computersystems erforderlich sind.

Linux Kernel

Linux Kernel

Die erste Version des Linux Kernels hat der Finne Linus Benedict Torvalds am 17. September 1991 veröffentlicht. Die ca. 8500 Quellcodezeilen umfassende Software war für die Mikroprozessor-Architektur x86 bestimmt. Die Lizensierung war proprietär, schloss allerdings eine kommerzielle Nutzung aus.

Bereits ein Jahr später, 1992, wurde der Linux Kernel unter die GNU General Public License (GNU GPL) gestellt. Dieser Schritt ermöglichte die Integration mit zahlreichen anderen, unter GNU GPL lizensierten Programmen zu einem freien Betriebssystem. Heute haben sich daraus zahlreiche Linux-Distributionen entwickelt, die den Linux Kernel (mehr oder weniger angepasst) mit zahlreichen anderen Programmen zu einem Betriebssystem kombinieren.

1996 kündigte Linus Benedict Torvalds ein Logo für den Linux Kernel an. Es war ein drolliger Pinguin, namens Tux. Er ist bis heute das Maskottchen des freien Betriebssystemkerns.

Aus technischer Sicht ist der Linux Kernel ein Betriebssystemkern, der mit Unix sehr verwandt ist. Die Ähnlichkeit zeigt nicht nur der Buchstabe x, der in den Begriffen Unix und Linux steckt. Wie Unix unterstützt auch der Linux Kernel das Multitasking, die Fähigkeit mehrere Prozesse gleichzeitig auszuführen, sowie den Multiuser-Betrieb, die Fähigkeit mehreren Benutzern gleichzeitig eine Arbeitsumgebung bereitzustellen.

Weitere Gemeinsamkeiten sind:

  • das Paging (die Auslagerung von Speicher auf eine Festplatte, wenn der RAM zu klein wird)
  • Shared Libraries (das einmalige Laden von Bibliotheken und Systemfunktionen)
  • Interprocess Communication (Kommunikation zwischen Prozessen)
  • Symmetric Multiprocessing (die Nutzung von Multiprozessor-Architekturen)

Seit seinen Anfangstagen wurde der Linux Kernel auf eine Vielzahl von Hardware-Architekturen portiert: DEC Alpha, ARM, AVR32, Blackfin, C6x, ETRAX CRIS, FR-V, H8/300, Hexagon, Itanium, M32R, m68k, MicroBlaze, MIPS, mn10300, OpenRISC, PA-RISC, PowerPC, 2390, S+core, SuperH, SPARC, TILE64, Unicore32 und Xtensa. Auf dem x86 läuft er nach wie vor.

Auch der Umfang des Linux Kernels ist seit 1991 gestiegen. Die am 20.Mai 2012 veröffentlichte Version 3.4 umfasste mehr als 15.000.000 Quelltextzeilen.

Linux-Distributionen und damit auch der Linux Kernel werden bis heute in vielen Ländern der Welt zu verschiedenen Zwecken eingesetzt.

Video Tutorial zum Linux Kernel

Teil 1

Teil 2

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